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Prof. em. Dr. Werner Sacher

Werner Sacher, 65, ist emeritierter Professor für Schulpädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Er erforschte vor allem die Notengebung und die Rolle der Eltern in Schulen.

BERUFLICHER WERDEGANG

April 2008:
Ruhestand; freie wissenschaftliche Tätigkeit

WS 2002 - 2003:
Gastprofessor an der Johannes-Kepler-Universität Linz

1996 - 2008:
Inhaber des Lehrstuhls für Schulpädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg

1991 - 1996:
Professor für Schul- und Medienpädagogik an der Universität Augsburg

1990 - 1991:
Lehrstuhlvertretung an der Christian-Albrecht-Universität Kiel

1988:
Habilitationspreis der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

1986:
Habilitation an der Universität Bamberg

1980 - 1990:
Rat/Oberrat im Hochschuldienst an der Universität Bamberg

1978 - 1980:
Wis­senschaftlicher Mitarbeiter am Staats­institut für Schul­päd­agogik Mün­chen

1974 - 1977:
Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Pädagogik an der Universität Würz­burg

1974:
Promotion

1969 - 1974:
Schuldienst und Zweitstudium an der Universität Würzburg

1966 - 1969:
Vorbereitungsdienst und Schuldienst als außerplanmäßiger Lehrer an Hauptschulen

1963-1966:
Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule Nürnberg

Was können aus Ihrer Sicht sogenannte Elternschulen dazu beitragen, das elterliche Interesse am Schulalltag und der Schulausbildung ihrer Kinder zu steigern?
Elternschulen haben das Potenzial, sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Bildungssystems zu entwickeln. Vorausgesetzt: sie bieten mehr als ein einmaliges Vortragsprogramm am Wochenende. Das sind Alibiveranstaltungen, die nichts bringen.

Wie der Begriff Schule schon sagt, muss den Eltern über einen längeren Zeitraum die Gelegenheit gegeben werden, ihre Rolle als fördernder und fordernder Begleiter ihrer Kinder richtig und zielführend auszufüllen. Wenn dem so ist, werden sich Elternschulen als notwendige Ergänzung zu allen Schulformen etablieren. Sie können Eltern die vielfach verloren gegangene Erziehungskompetenz vermitteln, die letztendlich den Lehrern hilft, sich wieder stärker der klassischen Aufgabe des Unterrichtens zu widmen.

Es ist zu erwarten, dass Kurse bei einer Elternschule vorzugsweise von Eltern belegt werden, die sich ohnehin engagieren und ihren Kindern die bestmögliche Unterstützung in der Schule geben wollen. Wie können desinteressierte und bildungsferne Eltern erreicht werden, die einen solchen Schulbesuch doch viel nötiger hätten?
Hierzu gibt es keine Patentlösung. Reines Schulterzucken hilft uns aber auch nicht weiter. Hier sehe ich Ansätze für die Politik, durch finanzielle Bezuschussung eine zielgerichtete Erziehungsförderung zu betreiben. Um Missbrauch zu vermeiden, müsste die Mittelverwendung per Zertifikat nachgewiesen werden.

Das wäre eine Möglichkeit, Eltern unabhängig von ihrem sozialen Status zu unterstützen. Der Koalitionsvertrag spricht hier wage von ‚Bildungschecks’. Diesen Vorschlag sollte man konkretisieren und in eine aktive Bildungsförderung einfließen lassen. Dann wird der Start auf den Weg zur Bildungsrepublik auch nicht ganz so holprig, wie er heute erscheint.

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